Norbert und Norbert mit dem Motorrad in die Pyrenäen 2017

(Ich kann es nicht lassen – aber es ist auch gut so.)

Auch die Motorradtour 2017 geht wieder in die Pyrenäen. Mitfahrer ist dieses Jahr mein Namensvetter Norbert, der letztes Jahr ausgesetzt hatte und dieses nach Ansicht meiner Fotos und Filme bitter bereute. Als Ziel haben wir wieder Camping Isabena nahe Roda Isabena gewählt. Hier nisten wir uns eine Woche ein um verschiedene Ziel onRoad und offRoad anzupeilen. Die Fahrt nach Spanien erfolgt in drei Etappen. Etappe eins, hauptsachlich Nationalstrassen und ein Stück Autobahn ca. 800km bis in das von ehemaligen Vulcanen geprägte Hinterland von Clermount-Ferrand. Der kleine Ort an dem wir übernachten werden heißt Condat. Am zweiten Tag fahren wir auf kleinen Strassen bis Carcassonne um dann am dritten Tag den Camping Isabena zu erreichen. Um es vorweg zu nehmen; wir hatten bei dieser Tour nur gutes Wetter – vielleicht etwas heiß – aber das war OK.

1.Tag.  Die Anreise Welz – Condat

Um sieben Uhr starten wir in Welz und bewegen uns nach einer Autobahnetappe durch Belgien überwiegend auf Nationalstraßen, aber auch Autobahnen durch Frankreich in Richtung Clermont-Ferrand. Hinter Clermont-Ferrand gibt es noch ein kurzes Kurvenfest durch die Auvergne bis wir nach knapp 12 Stunden  unser voraus gebuchtes kleines Hotel (Le Lac Des Moines) nahe Condat erreichen. Wir bekommen im Hotel ein kostenloses Abgrade auf unser Zimmer auf nun 3-Bett mit Balkon und Seeblick. Uns soll es recht sein. Das Hotel ist zu empfehlen – aber das Essen und die Getränke sind aus unserer Sicht überteuert. Wir genießen mit anderen Motorradfahrern aus Frankreich und der Schweiz den Abend am See. Schon früh streichen wir die Segel und verziehen uns auf unser Zimmer.

2. Tag. Die Anreise  Condat – Carcassonne

Ausgeruht und gesättigt vom Frühstück –  es gab alles was Mann so braucht – starten wir gegen 9 Uhr. Die Auvergne ist ein Traum für’s Motorrad fahren. Kleine kurvige Straßen und zumindest am Sonntag kein Verkehr stimmen uns freudig auf die nächsten Tage ein. Langsam gewöhne ich mich an den auf meinem Motorrad aufgezogenen Heidenau Scott 60. Das Motorrad lässt sich nicht so zielgenau in die Kurven stechen, wie ich es bei dem Metzler Tourance  Next gewohnt war. Zudem heult der Reifen im Geschwindigkeitsbereich um die 80 km/h etwas laut und rubbelt bei Tempo kleiner 30 km/h. Aber ich wollte diesen Reifen mal testen , da wir auch offroad fahren geplant haben – jetzt muss ich da durch. Wir passieren malerische Ortschaften und kleine Städte. Anhalten tuen wir nur selten; einerseits haben wir noch eine lange Strecke vor uns und andererseits ist es höllisch warm und da ist uns der Fahrtwind schon eine Erleichterung. Zum Mittag kaufen wir uns etwas Käse, ein Baguette und reichlich Wasser – ja die Geschäfte waren bis zum Mittag geöffnet -. Wir erholen uns an einem schattigen Platz in Espalion im südlichen Teil des Zentralmassives.Wir nähern uns dem Fluss Tarn und erspähen in der Ferne die gewaltige Autobahnbrücke von Milau. Unsere gewählte Route führt uns auf kleinen und kleinsten Straßen immer westlich der Autobahn A75. Die Landschaft ist geprägt von Landwirtschaft und Viehzucht – vor allem Kühe – deren Milch zu einem hervorragenden Käse verarbeitet wird. Leider schwirren auch unendliche viele Viecher in der Luft, die entweder das Visier versauen oder im Gesicht zerplatzen, da es mit geschlossenen Visier unerträglich heiß um die Nase wird. Allmählich nähern wir uns der Festungsstadt Carcassonne. Es wird immer heißer – 37 Grad zeigt nun das Thermometer an einer Werbefläche. Ein wenig erschöpft erreichen wir das Hotel Aragon gleich neben der Festungsmauer. Unser Zimmer hatten wir im Vorfeld gebucht. Alles ist soweit OK. Abpacken und duschen; dann erkunden wir die „Cite de Carcassonne“. Am Sonntag Abend es es nicht mehr so voll denn die Tagestouristen verlassen bereits die Anlage und die Devotionalien-Händler schließen gerade ihre Läden. Wir suchen uns am zentralen Futterplatz in der Festung etwas für das leibliche Wohl.  Uns ist schon klar, dass die touristische Bedingungen bei den Speisen und auch Preisen der Maßstab sind; trotzdem genießen wir das Abendessen inmitten der touristischen Hochburg mit seiner international, altertümlichen Atmosphäre. Zum Ausklang beim Sonnenuntergang gibt es noch eine Fotosession und ein letztes Bier im Gastgarten nahe dem Hotel. Die Klimaanlage im Hotel bewahrt uns etwas vor der nicht weichenden Hitze des Tages und lässt uns einigermaßen gut schlafen.

3. Tag der Anreise  Carcassonne –  Roda Isabena (Bungalowpark Isabena)

Ein reichhaltiges Frühstück lässt uns den dritten Anreisetag Energie geladen beginnen. Heute geht es in die Pyrenäen. Zuerst bewegen wir uns entlang des Pyrenäenhauptkammes auf französischer Seite um dann bei Vielha nach Spanien zu wechseln. Wieder ist es heiß aber zusätzlich ist die Luft feucht. Anscheinend hat es am Rande der Pyrenäen etwas geregnet. Der erste Teil von Carcassonne, über Limoux bis Foix ist nach dem Kurveneldorado des Vortages und des großen Verkehrsaufkommens etwas langweilig. Viele Ortsdurchfahren mit Kreisel müssen bewältigt werden. Dann begeben wir uns jedoch auf die „Route de Cols“ mit Col de Port, Portet-D’Aspet, Col de Mente und noch weiteren kleinere Passstraßen; diese zaubern unter unseren Helmen wieder das breite Grinsen. Als besonders Schmankerl erweist sich der Col de Artigascou  – fast 12 km Schotter bzw. zerstörte Straße, in spektakulärer Landschaft, sind ein Genuss und eine erste Probe auf geplante Schotterpassagen. Danach geht über weitere kleine Cols bis zur Nationalstraße N125; diese geht am Grenzübergang nach Spanien in die N 230 über und führt auf der von LKW viel befahrenen Straße durch den Tunnel von Vielha. Von der N230 biegen wir später auf die A1605 Richtung Bonasa ab, die uns in einer Kurvenhatz durch das Isabenatal bis nach Roda Isabena, bzw zum Camping Isabena führt. Nachdem wir unseren Bungalow zugewiesen und bezogen haben, gibt ein lecker Blondes und die Abkühlung im nicht mehr ganz so kühlen Pool.  ……  Angekommen !!!Am Abend lernen wir Hörbi (Herbert) aus dem Forum kennen, der uns erzählt das Tabbi (Tabea), auch aus dem Forum am nächsten Tag eintreffen will. Als ein MiniForumTreffen ist angesagt.

Route: Carcassonne-Camping Isabena

Eine Woche Camping Isabena

Dienstag:

Heute wollen wir ein wenig die Umgebung erkunden. Dazu habe ich einige Routen von vermeintlich leichten offRoad-Strecken aus dem Buch Offroadstrecken von MDMOT auf das Navi geladen. Wir entscheiden uns für die Panoramica, die auch für größere Enduros – diese Gene soll ja die 1200 GS besitzen, geeignet sein. Die Wege sind trocken und der aufgezogene Heidenau hat ein für Schotter brauchbares Profil. Der Einstieg ist schnell erreicht. ABS ausschalten dann beginnt der Aufstieg der Anfangs als etwas schwieriger deklarierten Offroadstrecke. Der Anfang sieht vielversprechend aus es geht für einen überwiegend (99,9%) auf Straßen fahrenden Fahrer gut voran. Es ist jedoch höflich heiß und die  Kühlung lässt bei diesem moderaten Tempo zu wünschen übrig. Erste dicke Steine und eine Steigung bereiten mir etwas Sorge. . . .  Mist! … falsch abgebogen … jetzt wenden … zum ersten Mal teste ich die neuen TT-Sturzbügel – gleichzeitig hupt mein Motorrad, da der Tankrucksack den Hupenknopf betätigt. NotAus betätigt und Moped wieder aufstellen. Weiter gehts es den Berg hinauf – der Weg wird immer unebener; Löscher und dicke Steine im Wechsel – weiter treibe ich die Kuh voran. Ehe ich mich versehe, stehe ich am Wegesrand das Vorderrad auf einer Böschungserhöhung (75 % Steigung)und das Hinterrad in der Kuhle – nichts geht mehr. Die Füße bekomme ich kaum auf den Boden (bin 192 cm groß) ; aber ich bekomme das Gefährt gehalten. Norbert hinter mir hat das alles gesehen; kann jedoch an dieser Stelle nicht halten und mir nicht sofort aus der misslichen Lage helfen. Uuih – noch mal gut gegangen! (wird dann irgend wann auf dem noch zu erstellenden Video zu sehen sein). Norbert findet einen sicheren Stand und hilft mir die Maschine zu halten bzw. zu wenden – mir ist erst einmal die Lust vergangenen, Zu heiß, zu steinig, zu steil … und das Moped möchte ich nicht auch gleich zu Urlaubsbeginn zerstören –  Und übrigens sind die schweren Enduros nicht wirklich für Offroad geeignet zumal die Ergonomie fürs Endurofahren bei meiner Größe zu händlingsschwierigkeiten führt.(Meinung d. Autors)  Wir fahren die paar Kilometer ohne weitere Vorkommnisse zurück und suchen uns ein Schattenplätzchen zum verschnaufen. Später fahren wir noch zu einer anderen Offroadstrecke (Egea – Merli); der Einstieg sieht jedoch ähnlich aus wie die Stelle an der ich auf dem anderen Weg ausgestiegen bin. Den heißen Nachmittag verbringen wir im Schatten am Pool – so kann Urlaub auch sein.

Am Nachmittag tuckert eine voll beladene KTM 990 mit Fahrerin auf den Campingplatz ein. Das kann eigentlich nur Tabbi sein, die ja für heute erwartet wird. Als das Zelt eingerichtet ist spreche ich sie an und siehe da – sie ist es. Am Abend sitzen wir mit Hörbi und Tabbi an einem Tischen und haben neben dem Austausch von Informationen viel Spass.

Mittwoch:

Vall de Boi

Wieder heizt die  Sonne uns bereits am Morgen kräftig ein. Wir beschließen dem Vall de Boi einen Besuch abzustatten. Die Anfahrt erfolgt wieder über die bekannte kurvenreiche Strecke Richtung Bonansa. Hier treffen wir  auf die N 230 die wir ein Stück südlich, Richtung El Pont de Suert befahren um dann nach wenigen Kilometern in das Vall de Boi abzubiegen. Stetig führt uns die Strasse durch kleinere Orte in die höhere Bergregion des Naturparks bis Caldes de Boi hinein. Hier befindet sich das Eingangstor in den Nationalpark. Wir bekommen ein Faltblatt in die Hände gedrückt und können weiter fahren. Mehr oder weniger einspurig führt uns die kurvige Strasse vorbei ein kleinen Wasserläufen und Wasserfällen bis hinauf an die Staumauer der „Estany de Cavallers“. Hier endet die Strasse auf einem Parkplatz. Die letzten 30 Hm hinauf auf die Staumauer müssen wir zu Fuß bewältigen. Auf ca. 1800 m ist die Luft noch angenehm kühl und der Weg gut begehbar – auch in Motorradklamotten. Von der gewaltigen Staumauer über deren Überlauf sich Wasser in die Tiefe stürzt haben wir einen überwältigenden Blick in die Bergwelt hinter dem Stausee sowie den tiefen Einblick in das Vall de Boi. Der Stausee selbst ist unspektakulär – baden ist verboten – es wird vor dem kalten Wasser gewarnt. Wanderwege führen um den See herum in die Bergwelt der zwei bis dreiTausender. Langsam füllt sich der Parkplatz unterhalb der Staumauer und wir machen uns auf den Rückzug. Wandern gehe ich ja noch zu einer anderen Zeit des Jahres – nun ist Mopedfahren angesagt. Es gibt nur einen Weg ins Vall de Boi – den müssen wir auch wieder zurück.

[url=http://www.motoplaner.de/#v4&42.29143,0.52856,1,0,0;42.58420,0.85509,1,0,0;42.57588,0.85120,1,0,0&&0,0]>>Motoplaner Isabena – Vall de Boi<<[/url]

„Dag Shang Kagyu Buddhist Center“

Für heute hatte ich mir noch ein weiteres Ziel auf*s Navi geladen welches mittels einer Rundfahrt angefahren werden kann. Ziel ist das „Dag Shang Kagyu Buddhist Center“ in der Province Huesca, nahe Graus. Wir fahren die  abwechslungsreiche N 260 bis hinter Campo um dann der A-139 Richtung Graus und grausiger Hitze zu folgen. Unterwegs  erfrischen wir uns mit einem kalten Stück Melone von einem Markt unterwegs. Kurz vor Graus biegen wir auf die HU-V-6441 ab und folgen dieser bis die Tempelanlage auf der rechten Seite erscheint. Wir finden direkt an der Stausee eine schattigen Stellplatz. Nach einem ersten Überblick gehen wir in die weitläufige Anlage und treffen auf eine Information mit Colaautomat; auf einer schattigen Bank inmitten der Anlage verdrücken wir unseren mitgebrachten Käse und ein Baguette und dazu eine kalte Cola. Wahrend unserer Vesper wird zur Meditation gegongt – wir wundern uns wo auf einmal alle die Besucher herkommen um an dieser Meditation teilzunehmen. Wir treffen noch einen Motorradfahrer der mit seiner alten Triumph auf dem Weg zu einem hippen Treffen in Biarritz unterwegs ist; mit ihm tauschen wir uns noch etwas aus. Satt und überwältigt von der größe Anlage  und mit Buddhas Segen fahren wir zurück zum Camping Isabena – und dort erste einmal zum abkühlen in den Pool.

Donnerstag:

Ordesa-Nationalpark mit Monte Perdido

Nachdem Hörbi uns den Mund vom Monte Perdido wässerig gemacht hat – und ich sowieso dort hin wollte, sind wir nach dem Frühstück los. Es war schon wieder heiß. Es ging Richtung Campo, dann auf die N 260 bis zum Abzweig nach Los Molinos; hier die enge und kurvige top asphaltierte Hf0106Aa bis Escalano (super toll diese Strecke). Von dort gleich hinein in den Nationalpark zu Canon de Anisclo. Hörbi hatte uns schon vorgewarnt – die Schlucht ist vermutlich wegen Steinschlag geschlossen. Als bleibt uns nicht anderes übrig, als das Vall de Via (auch eine tolle Strecke) zu fahren. Lieder waren einige Baustellen unterwegs und die Straße ist teils grottig – die Aussicht jedoch genial. Wir fahren bis Nerin; hier geht ein Weg zum Monte Perdido ab – die Schranke ist offen; wir halten vor dem Schild dass nur Autorisierte diese unbefestigte Straße nutzen dürfen. Wir Versuches es. Nach ca. 1 km kommen uns zwei weiße Fahrzeuge entgegen – mir kommen so die Gedanken, dass könnte Ärger geben. Die Fahrzeuge halten und zeigen uns deutlich ihr Missfallen unserer Fahrt und machen uns energisch deutlich doch umzukehren. Um diesem Nachdruck zu verleihen, wartet das zweite Fahrzeug bis wir gewendet haben und fährt mit großen Abstand hinter uns. Die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung fahren zu ihrer Mittagspause am Ende des Einstiegpunktes. Keine zweiten Versuch mehr möglich, da sie alles im Blick haben. Ich möchte betonen, dass wir nicht in den Nationalpark gefahren sind – es handelt sich um einen Randweg. Aber sei es drum – Chance verpasst. Wir fahren weiter nach Fanlo und setzten uns in ein von roten Sonnenschirmen geschütztes kleine Café/Bistro. Hier genießen wir bei Kaffee und kalter Cola die Aussicht auf den Monte Perdido.

Anschließend fahren zurück bis kurz vor Escalon um noch in die Sackgasse nach Escuain einem kleinen Ort inmitten des Nationalparks zu fahren. Eigentlich wollten wir nicht direkt zu diesem Ort. Wir sind einfach mal abgebogen und wollten wissen wo diese Straße endet. Hier ist nichts ! außer ein paar verfallenen Häusern (mehr haben wir zumindest nicht gesehen) einer Kirche und einem Büro der Nationalparkverwaltung. Bestimmt 10 Katzen streichen um uns herum als wir im Schatten unseren Mittagskäse mit Wasser und Brot verdrücken. Die Katzen sind wie wild auf die Käseschale – Brot gehört nicht zum Speisezettel. Am frühen Nachmittag beginnen wir die Rückfahrt über Ainsa wo es uns vor Hitze fast den Atem verschlägt. Ihr könnt mal raten was nach unserer Ankunft im Camping Isabena zuerst auf der Tagesordnung stand.

Freitag:  Col Tourmalet und Gavernie

Die Gavernie ist eines der Ziele welches schon eine ganze Weile auf meiner TuDu-Liste steht. Heute ist der richtige Tag. Die N 260 immer noch ohne Verkehr führt uns schnell nach Ainsa. Nach Frankreich geht es durch den Tunnel von Bielsa. Wir haben Glück und müssen nur kurz warten. Wenn LKW unterwegs sind darf der Tunnel nur einspurig befahren werden. Außerdem besteht eine strickte mit Radar überwachte Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Wir erreichen Frankreich und die Hitze von Spanien (35 Grad) ist einem angenehmen Lüftchen (ca. 27 Grad) gewichen. Im Tal liegt noch der Nebel und eine Gruppe von französischen Motorradfahrern berichtet uns von Nieselregen unterwegs. Wir fahren die von LKW vielbefahrene D929 in den sich landsam lichtenden Nebel hinunter. Regen haben wir keinen mehr aber die Straße ist zum Teil noch feucht. Kurz vor erreichen des Col des Aspin biegen wir ab auf die D113, einer Alternative zu überlaufenen Col des Aspin. Auch diesen Pass nutzen viele Radsportler aber es sind kaum Autos unterwegs. Wir überholen einige und mindestens genauso viele jagen die enge Straße trotz herumliegender Steine hinunter. Plötzlich lichtet sich der Wald und wir erreichen die Passhöhe des Hourquette d’Ancizan. Neben den vielen Radfahrern begrüßen uns auch einige Esel. Gerne nehmen sie Streicheleinheiten entgegen oder versuchen sich an dem abgestellten Fahrzeugen zu reiben. Da hilft oft nur nur burschikoses weg schieben. Auf der Passhöhe haben wir eine überwältigende Sicht auf die grünen Almwiesen aber auch in das Tal nach Arreau. Wir können uns kaum lösen aber wir haben noch einige Kilometer und weitere Aussichten vor uns. Nach einer wunderschönen Almabfahrt vorbei am Lac de Payolle treffen wir wieder auf die D918 (Route de Tourmalet) und dann seit Beginn der Tour de France das „Mekka“ für Radsportler, dem Col de Tourmalet. Ich bin den Pass bereits mehrmals gefahren – aber bei diesen traumhaften Bedingungen noch nie. Die Fernsicht war überwältigend und die Zufahrt verkehrsberuhigt. Die obligatorischen Fotos müssen nun mal sein –  dann geht es jedoch weiter bis nach Luz-Saint-Sauveur und weiter nach Gedre. Hier biegen wir in die D921 in Richtung Gavernie ab. Nach einer kurvigen bergauf Etappe erreichen wir die kleine Ortschaft Gavernie, die uns als Hort der Tourismusindustrie empfängt. Fressbuden, Andenken, Pferdetouren, Hotels – einfach alles was Touri so braucht. Am Ende der Ortschaft geht die Fahrt nicht weiter – für 2 Euro pro Moped können wir parken und suchen uns ein ruhiges Plätzchen am rauschenden Fluss der aus dem Cirque de Gavernie talwärts fließt. Wir genießen die Sicht auf die gewaltige Felswand und seiner sich in die Tiefe stürzenden Wasserfälle. Leider sind wir etwas weit weg – aber näher geht nur zu Fuß. Nachdem wir uns satt gesehen und am Mitgebrachtem satt gegessen haben, fahren wir die gleiche Strecke zurück wie angereist. In Spanien empfängt uns wieder die spanische Hitze. Es war ein toller Tourentag mit wenig Verkehr.

Samstag:

Nach einer kleinen Pause geht es nun weiter.

„Monsec Sant Alis“ Aussichtsberg und ein bisschen „Offroad“

Im letzten Jahr bin ich erstmals vom Camping Isabena ins Montsec zum Mont Alis gefahren. Leider war damals die Aussicht nicht so besonders. Die Serra del  Montsec ist ist ein Bergmassiv berühmt für seine gewaltigen mit Wasser von Talsperren gefüllten markanten Spalten die schon von Weitem zu sehen sind. Heute will ich es mit Norbert noch einmal versuchen. Die Anfahrt wurde mit etwas Schotterstraße bis zur N 230 garniert; dann geht es über die enge Straße den Berg hinauf. An einem Aussichtspunkt auf den Stausee erleben wir unser erstes Highlight. Das Wasser des Stausees erscheint in einem strahlenden türkisgrün.  Der Montsec ist ein beliebter Startplatz für Gleitschirmfliegen. Nahe dem Parkplatz,hier endet die ausgebaute Straße, machen sich einige der Flieger bereit. In der Luft zählen wir auch schon bis zu acht Gleitschirme. Da wir noch nicht am Gipfel sind fahren wir nach kurzem Zögern den teils geschotterten Weg weiter hinauf bis zum Gipfelpunkt. Die überwältigende Rundumsicht lässt uns nicht mehr los und so verbringen wir mehr als eine 1 Stunde dort oben.Die angenehmen Temperaturen auf fast 1700 Meter lassen uns auch nicht unbedingt in die Tallagen streben. Unten ist es sicher wieder weit über 30 Grad. Plötzlich wirbelt eine kleine Windhose die auf dem Motorrad abgelegt Sachen durcheinander. Aus dem geöffnete Tankrucksack werden zahlreiche Utensilien in die Luft gewirbelt. Wir haben Mühe dem Wind wieder alles zu entreissen. Irgendwann treten wir doch die Rückfahrt über eine andere Route an. Dazu müssen wir zuerst zurück zum Parkplatz der Gleitschirmflieger. Kurz vor dem Erreichen stellt Norbert fest, dass seine Brille noch oben am Gipfelplateau sein muss. Er darf mit seiner AT noch einmal zurück durch den Schotter. Zum Glück wird er fündig – die Brille war auch dem kleinen „Tornado“ zum Opfer gefallen – jedoch zum Glück unversehrt. Nach einer Trink- und Snackpause in der  Tapas-Bar, der Scenebar der Gleitschirmfliegen in Ager, gleich an der C12, fahren wir über kleine und kleinste Straßen zurück zum Camping – und dort ab in den Pool. Auf dem Rückweg halten wir noch kurz am „El Castell de Muhr“ welches mit Mitteln aus dem Eurotopf saniert wird/wurde.

Später  folgen noch „Nationalpark de la Sierra“ und die Rückfahrt durch die Provence und über die „Route Grand Alp“

Sonntag

Parc Natural de la Sierra

Einen habe ich noch auf meiner Liste. Heute am Sonntag unserem letzten Tag auf dem Camping Isabena möchte ich gerne in den Nationalpark Naturial de la Sierra fahren – einer von den vielen Nationalparks die man von Isabena in einer Tagestour erreichen kann.Wieder ist es heiß, aber selbst daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Über Graus, El Grado fahren wir bis Naval. Hier beginnt eine unbefestigte Straße („Offroad“) die uns über 12 km durch dichte Pinienwälder nach Barcabo führt. In der Gluthitze und Einsamkeit der Pinienwälder flashen die Nachrichten vom den Vortag über die verheerenden Waldbrände in Portugal mit den eingeschlossen Autofahrern hoch. Auf kleinsten befestigten Wegen fahren wir am Rande des Nationalparks in nördliche Richtung. Der Park ist wohl mehr für’s  Wandern angelegt. Straßen gibt es kaum und wenn, dann handelt es sich um Sackgassen die zu  kleinen Klosteranlagen bzw. Eremitage oder verlassenen Ortschaften führen. Wir genießen die Schönheit und Einsamkeit der teilweise in ein gelbes Blütenmeer  eingebetteten Landschaft. Am frühen Nachmittag erreichen wir nach der Überquerung des Flusses Ara die Stadt Boltano. In einer kleinen Bar an der Hauptstraße kühlen wir uns im Schatten bei einer kalten Cola ab und betrachten das sonntägliche Treiben. Über viele weitere kleine Straßen – zum Teil sehr holperig – stoßen wir wieder auf die Rennstrecke der N260 von Ainsa nach Campo und von dort weiter bis Isabena. Um dem Wetter gerecht zu werden, lassen wir den Tourentag am Pool und später im Restaurant bei einer grandiosen Paella ausklingen.

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Montag, 19.06.2017

Alles hat ein Ende – Abschied vom Camping Isabena

Isabena – Carpentras

Am Vorabend haben wir bereits mit Anna das geschäftliche geregelt, uns von allen Begleitern der Woche verabschiedet. Das Frühstück ist abgemeldet denn wir wollen die Kühle des Morgens nutzen um einige Kilometer in Richtung Frankreich zu schaffen. Als grobes Ziel haben wir die Provence nach Orange geplant. Die Route ist gespeichert, aber wer weiß schon wie es läuft.  Um  7 Uhr sind wir startklar und die Motoren beenden die Ruhe vor unserer Hütte. Beim Verlassen des Campingplatzes winken wir noch einmal Tabbi zum Abschied – auch Sie macht sich bereits fertig für die Weiterfahrt. Der Fahrtwind ist noch angenehm kühl und die Sicht auf den immer presenten Turbon im frühen Morgenlicht klar. Etwas Wehmut macht sich breit – aber der Urlaub ist noch nicht zu Ende. Es soll ja noch fast eine Woche weiter gehen. Einen Teil der Route habe ich noch auf etwas abseits der Hauptroute (N260) gelegt – sah auch der Karte gut aus; bin ich noch nicht gefahren. Eine dieser „Abkürzungen“ verbindet Gerri de Sal (N 260) über Buseu über die LV-5133 mit der C-14 Eix-Salou – Andorra. Wir fahren eine einspurige Bergstraße in ein Naturschutzgebiet hinauf die nach einer halben Stunde Fahrt immer enger, was ja nicht wirklich schlimm ist – aber mit Schotter hatten wir jetzt nicht gerechnet, da der Fahrbelag bis dahin eigentlich sehr gut war. Nach unseren Offroaderfahrungen der Vortage schreckt das jetzt erstmal nicht. Doch irgendwann wird der Weg immer steiler und das Ende diese Weges unberechenbar. Wir beschließen, auch wegen des nicht aus dem Auge zu verlierenden Tageszieles, die „Abkürzung“ abzubrechen. Diese Route kommt auf alle Fälle auf meine Todu-Liste. Ich gebe zu, dass bei der Tourenplanung Googles Streetview keine Bilder von diesem Teil der Strecke geliefert hat – aber das soll ja nicht unbedingt was heißen.

  1. Tag der Rückfahrt von Camping Isabena nach Carpentras

Versuch einer „Abkürzung“ –  wir kommen wieder!

Fast 2 Stunden hat uns der nicht zu verleugnende Spass gekostet – und das alles ohne Frühstück. Ein einfaches Frühstück holen wir dann in Gerri de Sal nach. Kaffee und ein in Plastik verpackter Donat – nah ja ! Es geht ein Stück zurück und weiter auf dieser unglaublich abwechslungsreichen N 260 bis Sort und dann streifen wir an Andorra vorbei um in der Cerdanie die französische Grenze zu überfahren. Gleich hinter der Grenze halten wir an einer Baguetterie und stärken uns erst einmal. Mittlerweile brennt die Sonne wieder unerbitterlich und wir sind froh dass die Baguetterie eine leistungsstarke Klimaanlage hat. Über Prades mit Blick auf den Pic de Canigue legen wir, kurz bevor es auf die Autobahn bei Perpignon geht, noch eine Abkühlrast bei McD ein. Es ist bereits früher Nachmittag als wir auf die Autobahn abbiegen. Bis Orange kommen wir gut voran. Zwischendurch erleben wir noch ein interessantes Naturschauspiel. Vom Mittelmehr zieht eine schmal langestrecke Wolke ins Binnenland hier löst sie sich langsam auf. Als wir das Gebiet queren wird es merklich kühler – Erhohlung pur, die aber nur kurz anhält. Orange erreichen wir zur Rushhour – gräßlich laut und hecktisch nach der Ruhe und Gelassenheit der letzten Tage in den Pyrenäen. Ein Blick auf booking.com – nichts was uns ansprechen und bezahlbar wäre ist zu finden. Also beschließen wir Orange schnell den Rücken zu kehren und finden etwas abseits der geplanten Route in Carpentras ein nettes kleines Hotel mit Garage für die Mopeds  – preiswerter als im einschlägigen Buchungsportal gelistet. Carpentras ist eine interessante kleine provenzialische Stadt und weist einiges an Sehenwürdigkeiten auf. Am Abend genießen wir das bezaubernde Flair der südfranzösischen Altstadt von Carpentras. Auch wenn ich kein Fan von Klimatechnik im Schlafzimmer bin – diesmal war ich froh diese auf kleiner Stufe laufen zu lassen.

Altstadt-Gasse  von Carpentras

Unser Hotel in Carpentras

Dienstag, 20.06.2017  Carpentras – Castellane (Canon de Verdun)

Gegen 7 Uhr hält mich nichts mehr im Bett. Waschen und Packen, soweit machbar und dann zum Frühstück. Hier war bereits richtig was los. Eine ca. 20-köpfige Fahrradfahrergruppe (meist Senioren) aus Belgien hat den Frühstücksraum und das Buffet vereinnahmt. Wir finden noch ein Plätzchen und stellen uns brav an – wir sind ja im Urlaub. Die Kaffeemaschine wird als Single Point of Failor identifiziert, da sie ständig nach Fehlbedienungen gebootet werden musste. Irgendwann übernimmt der Hotelchef die Bedienung. Wir werden satt und Kaffee gibt’s auch genügend. Als  Bottleneck stellt sich der Aufzug – wir haben unser Zimmer in der 4 Ettage – heraus. Alle Fahrradfahrer wollen gleichzeitig ihr umfangreiches Gepäck in die Hotellounge zum Weitertransport abstellen – Chaos pur – aber wir sind ja im Urlaub und haben Zeit. Gegen 9 Uhr verlassen wir Carpentras und verbinden uns wieder mit der geplanten Route zum Ventoux. Über kleine Straßen und idyllischen Dörfern nähern wir uns dem weißen Berg. Irgendwann geht es dann auf einer gut ausgebauten Straße aufwärts. Dabei überholen wir immer wieder Fahrradfahrer die ihre Kondition an diesem Berg austesten. Nach einer Weile kommen mir Zweifel ob wir den richtigen Weg eingeschlagen haben es geht wieder nach unten –  den Gipfel haben wir jedoch nicht gesehen. Ich bin jedoch weiterhin auf der geplanten Route und habe auch keine Hinweise verpasst. Erst einmal anhalten und die ersten großen Lavendelfelder inhalieren. Wir haben uns mittlerweile mindestens 25 km vom Gipfel wegbewegt. Gestrichen – es ist auch so sehr schön hier -. Wir beschließen den Gipfel nicht erneut zu suchen und folgen der geplanten Route. Irgend einen Fehler gab es vermutlich bei der Routenplanung. (Heute weiß ich ,dass ich bereits aus Carpentras den falsche Weg eingeschlagen  habe und deshalb einige Highlight habe liegen lassen). Wir können uns gar nicht satt sehen and den vielfarbigen Feldern, die immer wieder vom zarten blau des blühenden Lavendels unterbrochen werden. Manchmal steigt der betörende Duft der ätherischen Öle des Lavendels in unsere Nasen – ich liebe es Moped zu fahren! Die Zeit vergeht wie im Fluge. Wir erreichen eine kleine Ortschaft und wollen noch vor der obligatorischen langen Mittagpause (in Spanien Siesta) etwas zum Essen besorgen. Mit Freude erkennen wir das Markttag ist. Wir stellen unsere Motorräder am Eingang des Marktes an einen Zaun nahe einer Apotheke (da wollte ich ehe noch rein wegen Antibrumm und Antijuck). Wir waren etwas überrascht das es auch in Frankreich selbst ernannte Überwachungskräfte mit dem Auftrag der Überwachung des ruhenden Verkehrs gibt. Ich habe nur verstanden dass wir nicht vor dem Haus parken sollen weil es eine Kurzzeitparkposition für Apothekenbenutzer sein soll –  es war noch genügend Platz für einen möglichen SUV. Wir haben die Mororräder leicht verschoben – dann war es gut. Beim Marktbesuch haben wir Kleinigkeiten für die Lieben daheim eingekauft  und die Vielfalt der einheimischen Erzeugnisse nicht nur bewundert, sondern auch verkostet. Vorbei an größen Lavendelfelder ziehen wir unsere Bahn bis wir am Nachmittag den Canon de Verdun erreichen. Wir wählen die in östlicher Richtung befahrene höhere Strecke. Es ist erwartungsgemäß recht voll und vor lauter gucken fährt der eine oder ander die engen Kurven doch manchmal über die Mitte hinaus – also uffpasse. Wir halten an diversen Fotopunkten und genießen den überwältigen Ausblicke bei idealen Sichverhältnissen. Satt gesehen aber langsam hungrig und durstig schauen wir nach einer Unterkunft. Vor vielen Jahren habe ich schon einmal in Castellane übernachtet und war damals was Preis/Leistung betraf sehr unzufrieden. Kurz vor Castallane fahren wir an einem Campingplatz vorbei der uns gleich positiv anmacht. Was spricht gegen einen Versuch einen kleinen Bungalow für eine Nacht zu fragen. Gedacht –  getan werden wir freundlichst an der Reception des „Domaine de Verdun“ bedient

http://www.camp-du-verdon.com/fr/accueil-sp1.php

und erhalten ein fast neues Mobilhome für die Nacht zu einem kleinen Preis. Der Campingplatz bietes alles was wir für die kommende Nacht und den Abend gerne hätten – selbst die Hitze des vergangenen Tages können wir im (kalten) Pool neutralisieren. Wir lassen den Abend im Restaurant bei annehmbaren Essen und lecker aber französch, typisch, teurem Bier ausklingen. Unser Mobilheim liegt abseits der Straße zwischen hohen Bäumen direkt am Verdun und ist top ausgestattet. Auf guten Matrazen schlafen wir wie die Murmeltiere.

Melone als Mittagessen – frisch vom Markt

Campingplatz „Domaine de Verdun“

Carpentras – Castellane

Mittwoch, 21 Juni 2017  Castellane – Oulx (Italien)

Das zwitschern der Vögel lässt mich um sieben Uhr erwachen. Für 8:30 wollen wir (ohne Frühstück – dass fällt mir schwer !)  weiter fahren. Zuvor müssen wir das Mobilheim zur geplanten Zeit noch unbeschädigt übergeben. Dafür kommt ein Mitarbeiter des Camping zur zuvor vereinbarten Zeit vorbei und macht einen Haken auf unser Formular – nur so bekommt man die tags zuvor eingetragene Belastung des Kredit-Kontos wieder gestrichen – ist aber OK so. Frühstücken werden wir in Castellane. Hier finden wir mitten auf dem Hauptplatz eine Baguetterie. Heute geht es auf die größen Alpenpasse der Route Grand Alp. Von der Auffahrt zum Alos biegen wir zum Col de Champs ab. Hier treiben wir die teils sehr enge Straße hinauf. Nach der Passhöhe geht es komfortabel hinunter bis auf den Cayolle der mit nicht so gutem Belag und vielen Fahrradfahrern unseren Vorwärtsdrang etwas Einhalt bietet. Richtung Alpenhauptkamm wachsen um die Mittagszeit gewaltige Cumulus-Wolken empor. Erste Regentropfen prasseln kurz vor Bacelonette auf uns nieder. Wir haben jedoch Glück und können uns aus der Regenzone entfernen. Der Izoard ist vermutlich für die Fahrradfahrer komplett neu ausgebaut worden. Ein Topbelag und teils Radwegstreifen haben in in eine „Rennstrecke“ auch für Fahrradfahrer verwandelt – den kenne ich aus der Vergangenheit noch anders. In Frankreich, so zeitlich kurz vor der „Tour de France“ sind Fahrradrennen mit vielen Teilnehmern und rasenden Begleitfahrzeugen im normalen Straßenbild anscheinend nichts außergewöhnliches. Ein Halt am „Gipelkreuz“ des Izoard läßt uns angesicht der drohenden Wolken nur kurz ausfallen. Kurz vor Briancon holt uns der Regen mit dicken Tropen ein. Mangels einer schnellen Unterkunft entschließen wir über den Montgenevre nach Oulx zu fahren. Hier gibt es eine Pension ( Residence Cascina Genzianella )wo wir bereit mehrmals ohne Anmeldung ein Zimmer bekommen haben. Nachdem wir uns durch den Stau an einer Baustellen sowie einem britischen Filmteam, dass einen futuristischen Sportwagen filmte, durchgemogelt haben, erreichen wir wieder trockenes Terrain zum Montegenevre hinauf.

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Filmteam in Briancon mit Sportwagen im Schlepp

Ca. 30 km ist die Abweichung von der geplanten Route. Wir erreichen Oulx bei Sonnenschein und finden auch das passende Zimmer in der Pension in der ein älterer Engländer seit Jahren als „Buttler“ tätig ist. Da er uns wieder erkannte – wir waren das letzte Mal vor 3 Jahren dort, durchsuchte er die Buchungsbücher nach weiteren Buchungen in der Vergangenheit – und er wurde fündig. Die schon vor langer Zeit von ihm empfohlene Pizzeria gibt es immer noch und befriedigt uns nahrungstechisch für den Abend. Auch in Oulx geht an diesem Abend noch ein kräftiges Gewitter nieder – wir sitzen jedoch im mit kühlem Feucht im Trockenen.

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Altstadt von Oulx

Oulx – Monal

Gegen 9 Uhr verlassen wir Oulx bei schönstem Wetter. Der Regen der Nacht hat die Luft gereinigt. Schnell (es gibt Radar 😉 ) geht es über den Montgenevre zurück nach Briancon auf die geplante Route. Zuerst fahren wir über stark befahrenen Col du Lautaret. Dieser Pass bildet eine Verbindungslinie von Briancon nach Grenoble. Hier beginnt auch die Auffahrt zum Col du Galibier nach Valloire. Wir fahren jedoch Richtung Grenoble um dann nach Alpe d’Huez abzubiegen. Hier boxt der Radfahrer ! Alpe d’Huez ein Mythos für Rennradfahrer die sich quälen wollen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass es Spaß macht, diese breite mit Autos/LKW geflutete Straße, mit seinen unzähligen Kehren in sommerlicher Hitz von mehr als 30 Grad, hinaufzudrücken. Erstaunlich viele Holländer sind mit Begleitfahrzeugen anzutreffen. Kurz bevor die Bettenburgen die Wintersportortes beginnen, drücken wir uns am Berghang in eine kleine Straße Richtung Oz. An einem spektakulären Aussichtpunkt in das Tal nach Burg-d’Oisans verharren wir kurz.  Hinter Oz geht es hinauf zum Col du Glandon. Unterhalb der Passhöhe stärken wir uns im „Chalet du Glandon“, einem Dreimädelhaus die echt gut drauf sind und uns mit ihrem dreistimmigen Gesang beeindrucken. Die Wolkentürme um uns herum werden immer höher – also weiter geht’s zum nächsten spektakulärer Punkt unserer Route. Die Auffahrt zum Col du Chaussy startet aus dem breiten und stark industrialisierten Tal der L’Arc in Pontamafrey-Montpascal. In 14 Kehre auf 4 km schlägelt sich die kleine Bergstraße hinauf nach Montvernier. Von dort kann man weiter Richtung Col du Madeleine fahren. Wir fahren über eine Seitenstraße (D 77) zurück ins Tal der L’Arc um weiter in Richtung Lanslebourg den Col d’Iseran unter die Räder zu nehmen. Die Wolken nehmen immer dramatischere Ausßmaße an und Blitz zucken wbereits aus ihnen. Kurz vor der Auffahrt zum Col d’Iseran treffen uns die erssten Tropfen. Zum Glück bewegen wir uns wieder weg von den Regenwolken und fahren mit strammen Schnitt hinauf auf die Passhöhe. Oben angekommen können wir einen Stop für das obligatorische Passfoto einlegen. Die kurvenreiche Abfahrt nach Val d’Isere ist geprägt von der Sicht auf die Skigebiete, die im Sommer ein teils trostloses Landschaftbild präsentieren. Langsam wird es Zeit eine Unterkunft zu suchen –  wobei Val d’Isere einmal wegen der geringen Anzahl von offenen Hotels ausfällt, aber auch so nicht der Eye-Catcher ist. Bei der weiteren Abfahrt Richtung Seez erreichen das kleines Bergdorf Monal. Hier finden wir, wenn auch etwas oberhalb unseres geplanten Budgets, ein Zimmer, Speis und Trank für die Nacht.

Letzter Tag der Rückfahrt

Der letzte Tag ist schnell erzählt aber um so länger gefahren – aber das später. Soweit der Popo trägt war der Tagesplan. Nach einem einfachem Frühstück auf unserem Hotelbalkon – wir waren doch etwas zu geizig 17 Euro für ein Frühstück abzudrücken. Mit Pulverkaffee einem Stück  Käse und dazu frisches Baguette aus der nahen Bäckerei beginnen wir den Morgen. Unsere Route führt uns immer Richtung Annecy über den Cormet de Roselend der uns einen kurzen Blick auf den Mount Blanc erlaubt. Genf umfahren wir auf der französischen Seite und queren Teile des französischen Jura und es ist immer noch unglaublich heiß. Spontan beschließen wir auf die nahe Autobahn A39 zu fahren. Ein Blick auf das Navi sagt ca. 6 Stunden Fahrzeit für die Reststrecke (Autobahn) voraus. Es ist zu diesem Zeitpunkt ca. 17 Uhr – also können wir gegen Mitternacht zuhause sein und  die kühle des Abends zum fahren nutzen. Einmal tanken in Frankreich und das nächste Mal an der Deutsch-/Luxemburgischen Grenze und einen Hamburger als Abendessen oder auch Nachtmal. In der Eifel wird es dann nach fast 14 Tagen mit Tagestemperaturen über 30 Grad bei ca. 15 Grad empfindlich kalt. Gegen Mitternacht sind wir nach fast 6000 km Gesamtstrecke gesund und ohne eine Panne glücklich, aber auch mit etwas Wehmut nach der tollen Zeit, wieder zuhause.

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Blick vom Montgenevre nach Briancon

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Blick vom Pas de la Confession in das Tal nach Burg-d’Oisans

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Col de la Glandon „Drei Mädelhaus“

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Mal ein anders Foto vom Col de Iseran

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Blick aus dem Hotelfenster in Monal Richtung Val d’Isere (mit Teil des Frühstücks)

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Fahrstrecke Oulx – Monal

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Stausee am Cormet de Roselend

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Fahrtstrecke von Monal bis zur Autobahn A39